bereits seit 2005 habe ich Erfahrungen mit Autogasanlagen im Lada. Seinerzeit orderte ich die Neufahrzeuge mit Gasanlage ab Importeur: Der 112 hatte ein Stargas Polaris, und der Priora eine Prins VSI. Die Erfahrungen waren positiv.
Nachdem ich im Herbst unplanmäßig zum Vesta-Besitzer wurde, spukte der Gedanke der Nachrüstung im Kopf herum. Es gab aber zunächst ein paar andere Dinge zu tun. Festgelegt war ich nicht auf eine bestimmte Gasanlage, aber es sollte eine bewährte und ein Umrüster mit Erfahrung mit der konkreten Anlage sein.
Im zeitigen Frühjahr ergab es sich, dass ich bei einem Clubmitglied eine verbaute Zavoli-Anlage besichtigen konnte. Diese war direkt beim Generalimporteur für Zavoli Autogasanlagen in Triptis eingebaut worden. Über die angebotene Übersicht empfohlenener Umrüstbetriebe wurde ich auch regional fündig. Im April wurde ich vorstellig, wir wurden uns sofort einig, vereinbarten einen Termin, und letzte Woche erfolgte der Einbau bei meinem Vesta SW Cross: Dienstagmorgen das Fahrzeug hingebracht, am Donnerstagnachmittag wieder abgeholt.
Der Umschalter fügt sich perfekt neben der Scheinwerferhöhenverstellung ein, als wäre es seitens АвтоВАЗ bereits genau so vorgesehen:

Der Motorraum gibt sich auf den ersten Blick unauffällig...

...der Blick des Kenners erspäht jedoch sofort den Verdampfer:

Das Gassteuergerät befindet sich direkt neben der Starterbatterie:

Eine fliegende Sicherung wollte ich nicht im Motorraum "rumbaumeln" haben, daher beschaffte ich vorab den passenden Sockel und Anschlusspins für eine saubere Integration in den Motorraumsicherungskasten. Das wurde vom Umrüster wie gewünscht umgesetzt:

Die Injektoren konnte ich nicht vernünftig fotografieren.
Und wie kommt das Gas nun hinein? Der Füllanschluss wurde ganz diskret zusätzlich hinter der Tankklappe angeordnet:

Dann arbeiten wir uns noch zum Tank vor. Zunächst sieht es im Kofferraum fast ganz normal aus:

Zu den leicht angehobenen Böden schreibe ich weiter unten noch etwas.
Auch die Staufächer der Zwischenebene und der untere Kofferraumboden liegen fast ganz normal:

Den Platz des Ersatzrades hat nun der Gastank eingenommen, und der Organizer befindet sich wie gewohnt an Ort und Stelle:

Die verbaubare Tankgröße hängt im wesentlichen von zwei Faktoren ab.
Zunächst gibt es eine etwas kleinere Reserveradmulde, in diese kann ein Tank mit Durchmesser 630mm eingebaut werden. Bei späteren Cross-Ausführungen und Sport wurde eine etwas größere Reserveradmulde verbaut, in welcher ein Tank mit Durchmesser 650mm Platz findet. Das erkennt man leicht daran, dass dann beim Cross auch die originalen Räder hineinpassen und nicht nur das etwas kleinere Ersatzrad bzw. die Räder der normalen SE und SW.
Der zweite Faktor ist die gewünschte Nutzbarkeit der unteren Ebene. Völlig "Plug & Play" wäre es mit einem Tank mit einer Höhe von 190mm. Bei Höhe 200mm, für welche ich mich entschieden habe, sorgen die Verstärkungsrippen des unteren Kofferraumbodens dafür, dass alles ganz leicht angehoben wird. Das stört mich bisher aber nicht. Verzichtet man auf die untere Ebene, kann ein Tank mit einer Höhe von 270mm, vielleicht auch noch 300mm eingebaut werden.
Mir war die volle Nutzbarkeit wichtig, daher entschied ich mich für den Tank mit Durchmesser 630mm und Höhe 200mm. Das Bruttovolumen beträgt 47 Liter, davon sind aufgrund der vorgeschriebenen Begrenzung netto 80% nutzbar.
Die Verstärkungsrippen des originalen unteren Kofferraumbodens müssen im Normalfall auch dann stabilisieren, wenn die Reserveradmulde leer ist. Dank des Gastanks besteht diese Notwendigkeit nicht mehr. Man kann sich also einen entsprechend flachen unteren Kofferraumboden bauen, damit wäre alles wieder bündig nutzbar. Vielleicht mache ich das noch, vielleicht auch nicht.
Vorausschauend hatte ich auch schon für den Folgetag einen Termin bei der KFZ-Zulassungsstelle gebucht, um die Änderung gleich in die Papiere eintragen zu lassen. Leider fehlte bei der Abholung noch ein Dokument vom Importeur, weshalb ich den Termin noch verschieben musste. Mittlerweile ist die Anlage in den Papieren eingetragen. Nun warte ich noch auf den Bescheid über die geänderte KFZ-Steuer, da sich der CO2-Ausstoß verringert (135g/km statt 157g/km, somit Reduzierung der KFZ-Steuer um 44,-€).
Erfahrungen fehlen mir aktuell noch mit Autobahnbetrieb und naturgemäß zum Verhalten im Winter, da bin ich aber aus der früheren Erfahrung heraus zuversichtlich, dass dies kein Problem darstellt. Soweit, ich bin noch mit der ersten kompletten Tankfüllung unterwegs, funktioniert die Anlage unauffällig und das Umschalten ist überhaupt nicht spürbar, keinerlei Ruckeln oder Änderungen im Fahrverhalten.
Gruß
Jan
