auch im Jahr 2025 fand das Herbsttreffen des Lada Club Deutschland e.V. wie bisher gewohnt im Harz statt.
Eingeladen hatten dazu unsere Lada-Freunde Daria & Sven aus dem Harz, denen hiermit für diesen Tag, für die gesamte Organisation einmal mehr herzlich gedankt sei !
Treffpunkt war der Morgen des 4. Oktober 2025 in Hasselfelde, insgesamt waren 13 Ladas zum Treffen in den Harz gekommen.
Der erste Programmpunkt des Tages bestand aus dem Besuch der Traditionsbrennerei von "Echter Nordhäuser " in der Stadt Nordhausen am Südrand des Harzes.

Die im Jugendstil erbaute Kornbrennerei wurde vor über 100 Jahren als eine kleine Spirituosen-Manufaktur gebaut. Heute kann man in diesem denkmalgeschützten Gebäude eine Zeitreise durch die über 500-jährige Geschichte des Kornbrennens in Nordhausen erleben.
In historischen und restaurierten Produktionsräumen erhält man einen Einblick in die handwerklich anspruchsvolle Kornbrandproduktion des beginnenden 20. Jahrhunderts. Im Maischekeller wird die Gärung der Maische erklärt , im Brennraum befinden sich die originalgetreuen Apparaturen und Anlagen, mit denen Korn gebrannt wurde.





Eine Verkostung am Ende des Rundgangs gehört mit zum Programm, im Hofladen gibt`s alle Produkte sowie hauseigene Spezialitäten und Fanartikel von "Echter Nordhäuser".
Der eigentliche bzw richtige Produktionsstandort von Nordhäuser Doppelkorn & Co befindet sich allerdings nicht hier in direkt angrenzender Nachbarschaft, sondern einer anderen Stelle in Nordhausen.
In den frühen 70er Jahren wurde eine neue Großbrennerei in Betrieb genommen , die Produktionskapazitäten auf 15 Mio Liter Spirituosen ausgebaut, Grund war die steigende Nachfrage und beginnende Exporte in die Bundesrepublik.

Diviesenbringer & Werbeträger : Ein Jelcz aus der DDR, der sicherlich auch für Nordhäuser in Richtung Westen auf Tour ging.

Abfahrt vom Besucherparkplatz:
Nach dem Besuch der Traditionsbrennerei ging es zum zweiten Punkt des Tages.
Die Fahrt zu selbigem führte durch die Stadt und dauerte nur einige Minuten, als nächstes stand der Besuch des IFA Museums Nordhausen auf dem Plan:

Die Stadt Nordhausen wird heutzutage und allgemein wohl lediglich als Stadt am südlichen Rand des Harzes wahrgenommen und als Herkunft des Nordhäuser Doppelkorns gesehen.
Doch bis Anfang der 90er Jahre war Nordhausen ein überaus bedeutender Industriestandort: Allein das IFA-Motorenwerk und NOBAS (Nordhausener Baumaschinen und Stahlbau) beschäftigten bis zur Wende mehr als 6000 Mitarbeiter.
Als im Jahr 1992 die IFA-Motorenwerke Nordhausen ihre Werkstore für immer schließen mussten, endete eine fast neunzigjährige Ära.
Und diese legändäre Maschinenbautradition dem Gedächtnis zu erhalten, das ist ein Anliegen des IFA-Museums in Nordhausen.

Vom Museums-Team gab`s zunächst Kaffee & Kuchen für uns, und währenddessen wurde uns von der Entstehung des Industriestandortes ab der Zeit um 1900 berichtet .
Der Maschinenbau begann zunächst mit der Herstellung von Grubenloks und Rohölmotoren, setzte sich über den Schlepperbau fort und führte schließlich zum Ausbau des Werkes zum größten ostdeutschen Dieselmotorenproduzent.
Der heutige Verein des IFA-Museums Nordhausen besteht größtenteils aus ehemaligen Mitarbeitern, die hier am Originalstandort vorgestellten Exponate sind beispielhaft für die Loks, Traktoren und Motoren , die in den über 100 Jahren die Nordhäuser Werkshallen verlassen haben.
Zu sehen gibt es Schnittmodelle von Dieselmotoren und Traktoren wie z.B. Famulus und Pionier , Raketentriebwerke eines sowjetischen Geheimprojektes aus den späten 40er Jahren, Protoypen von Traktoren und seinerzeit hochmodernen Motoren, welche "Dank" DDR-Wirtschaftslenkern nicht in Produktion gehen durften...
Wie z.B. der Common Rail Dieselmotor aus dem Jahr 1985.




Neuester IFA-Diesel, jetzt aus Indien :
1993 hat ein Konsortium die Fertigungsstraßen und sämtliche Produktionsunterlagen von diesem seinerzeit hochmodernen Motor von der damaligen Treuhand-Anstalt für 5 Mio DM gekauft und für 11 Mio DM an die indische Fa KIRLOSKAR weiterverkauft. Irgendwie bezeichnend, das Ganze....
Fortan wurde der Motor in Indien 1:1 weitergebaut und nach und nach weiterentwickelt. In derzeit aktueller Version leistet der Nordhäuser IFA-Reihensechszylinder / Made in Indien 310 PS und erfüllt internationale Vorgaben in Sachen Verbrennung & Emissionen.

Darüber hinaus gibt`s im IFA-Museum diverse Konsumgüter zu sehen, zu deren Herstellung die meisten DDR-Betriebe verpflichtet waren. Im Fall IFA Nordhausen waren das z.B. Fahrräder, Kinderroller , Taschenrechner, Handwagen ....


Die Organisatoren des Herbststreffens 2025 : Danke an Euch für diesen Tag !

Steffen aus Dresden & Rainer aus Storkow an einer Nordhäuser Grubenlokomotive...

....und auch der seinerzeit neueste DDR-Laster " IFA L60 " aus Ludwigsfelde hatte einen Reihensechszylinder aus Nordhausen.
Geparkt wurde auf dem Besucherparkplatz des Museums:



Die Rückfahrt von Nordhausen zurück nach Hasselfelde verlief individuell, einige von uns machten noch einen Zwischenstopp bei der "Eis-Hexe" im Ort Tanne:

.Zurück in Hasselfelde, ließen wir den Tag in bekannter Weise ausklingen:



Gruß, Martin aus Potsdam
2107,2108,2108,2109,21099,21099
